---De|En|Fr|It--
-
Deutsch|Hockey|Berichte 
-
Portal - -
-
Rugby - -
-
Hockey - -
-
Gemeinde - -
-
-
- - -
-
- - -
-
- - -
-
- - -
-
-iconiconAllgemeines      iconicon
------
-iconiconTurnierkalender      iconicon
------
-iconiconGeschichte      iconicon
------
-iconiconRegeln      iconicon
------
-iconiconAusrüstung      iconicon
------
-iconiconTraining+Spieltechnik      iconicon
------
iconiconiconBerichte      iconicon
------
-iconiconLinks      iconicon
------
-iconiconVideos      iconicon
------
-iconiconGalerie      iconicon
------
--------
DruckansichtDruckansicht

Letzte Änderung:
07.03.10/14:03


Skin:


User Online: 1
Visits: 4287
Re-Visits: 3167


Loginstatus :-( (55:22)
-
[Editiert durch Jan Carmanns 14:03 07.03.10]
[Editiert durch Jan Carmanns 22:10 05.03.10]

Zurück

Kleiner Bericht über die Europameisterschaft 2003 in San Marino

Nach 5 Jahren Abwesenheit von internationalen Meisterschaften hat es die deutsche Unterwasserhockey Mannschaft dieses Jahr endlich wieder geschafft sich und ihr Land zu repräsentieren. Es waren so einige Hürden zu nehmen doch der Aufwand hat sich gelohnt.
Die sportlichen Ziele der Mannschaft waren schon von vornherein niedrig gesteckt und im Vordergrund stand an erster Stelle das Sammeln von Erfahrungen und Präsenzzeigen. Die Mannschaft startete gemischt, das heißt mit 5 Frauen und 7 Männern und es ergab sich leider kaum die Möglichkeit das Zusammenspiel zu trainieren. Die sportliche Vorbereitung war hierdurch sowie durch Klausurvorbereitungen, Krankheiten, Zeit- und Geldmangel sehr eingeschränkt. Auch die bürokratischen Angelegenheiten die mit der Meldung verbunden waren (Meldung durch den Verband, CMAS Lizenzen, Sportärztliche Untersuchungen, Bescheinigungen, Mitgliedsnachweise, Dienstfreistellungen, Reiseplanung, Unterkunft, Sponsorensuche …) verzehrten sehr viel Energie.

Am Samstag, den 1. Juni 2003 fand nachmittags die Eröffnungsfeier der 10. CMAS Unterwasserhockey Europameisterschaft statt. Es waren 10 Nationen vertreten: Frankreich, Holland, England, Serbien-Montenegro, Slowenien, Ungarn, Italien, Türkei, Spanien und Deutschland. Bis auf die Deutschen hatten alle Verbände eine Männer- und eine Frauenmannschaft aufgestellt. Der Einmarsch der Mannschaften mit Nationalfahne und den Delegierten des Weltverbandes in die große Schwimmhalle des neuen Veranstaltungskomplexes von San Marino war sehr feierlich und eine gute Einstimmung auf das Ereignisse der nächsten 6 Tage.

Die Vorrundenspiele fanden von Montag bis Donnerstag statt. Es spielte jedes Team gegeneinander und so waren täglich 2 Spiele - am Dienstag sogar 3 zu bestreiten. Unsere ersten zwei Spiele am Montag waren gegen die Türkei und Serbien-Montenegro. Die Türkei ist seit der EM 1999 international vertreten, war uns aber völlig unbekannt und wir hofften zumindest gegen diese Mannschaft auf einen Erfolg. Das Spielergebnis war am Ende 2:4, was für Unterwasserhockey ein recht knapper Spielstand ist. In der Spielbesprechung gab es natürlich viel zu bereden, aber da wir gegen die körperlich überlegen Türken insgesamt ein gutes Spiel gemacht hatten, dauerte die Enttäuschung über die Niederlage nicht lange an. Da die Türken so wie wir eher zu den Außenseitern der EM gehörten und bei ihnen Unterwasserrugby auch sehr beliebt ist, entstand schnell eine gute Beziehung zu den Türken.

Das nächste Spiel gegen Serbien-Montenegro öffnete so einigen von uns die Augen für die bittere Wirklichkeit - ohne jahrelanges intensives Techniktraining ist auf diesem Niveau auch mit dem größten Willen nichts auszurichten. Wir mussten 17 Treffer hinnehmen und stellten uns auf eine harte Turnierwoche ein.

Am Dienstag waren drei Spiele zu bestreiten. Die ersten zwei gegen zwei der besten Unterwasserhockey Nationen Frankreich und Holland. Die Franzosen zeigten einiges ihres Könnens und wir konnten sehr viel lernen. Die Holländer waren da nicht so großzügig und machten ihre Tore, ohne sich viel Mühe zu machen, schöne Spielzüge zu zeigen. Das dritte Spiel gegen die Ungarn war dann sehr anstrengend. Die Ungarn spielen auch schon recht lange und haben einige erfahrene Spieler. Wir versuchten das Ergebnis so knapp wie möglich zu halten, was bei 12 Toren auch einigermaßen gelang. Als kleine Anmerkung: die Franzosen hatten am Tag zuvor 19 Tore gegen die Ungarn geschossen, da haben wir uns also noch ganz gut gehalten.

Die nächsten drei Tage mussten wir ohne Tobias Wronka auskommen, der einen Vortrag bei einer wichtigen Tagung in Berlin zu halten hatte. Das war eine deutliche Schwächung und erforderte einige taktische Umstellungen. Die Spiele gegen die im Mittelfeld liegenden Länder Spanien und Slowenien am Mittwoch und gegen Italien am Donnerstag waren lehrreich und sehr wichtig, denn deren Niveau ist mit mehr Erfahrung und Training auch für uns in den nächsten Jahren möglicherweise zu erreichen. Das zweite Spiel am Donnerstag war gegen England, also gegen die dritte starke UWH-Nation. Um dieses Niveau zu erreichen ist jahrzehntelange Entwicklung erforderlich, also eine große Anzahl von Vereinen, die Turniere und Ligaspiele veranstalten.

Am Freitag war unser Entscheidungsspiel um den 9. Platz. Wir trafen dabei wieder auf unsere Freunde aus der Türkei. Dieses Spiel war spannend und recht ausgeglichen, was der Spielstand von 1:6 leider nicht ganz wiedergibt. Nach dem Spiel durften wir zusammen mit den Türken gegen die Schiedsrichter des Turniers in einem Freundschaftsspiel antreten. Die Schiedsrichter zeigten was sie können - unter anderem auch so manchen nicht ganz legalen Trick.

Am Samstag waren die Finalspiele. Die Holländischen Frauen gewannen ihr Finalspiel gegen die Französinnen und die Franzosen gewannen bei den Männern gegen die Holländer.

	Frauen:
	 1 Nederland
	 2 France
	 3 Yugoslavia
	 4 GB
	 5 Spain
	 6 Italy
	 7 Hungry
	 8 Turkey

	Männer:
	 1 France
	 2 Nederland
	 3 GB
	 4 Yugoslavia
	 5 Italy
	 6 Slovenia
	 7 Spain
	 8 Hungry
	 9 Turkey
	 10 Germany
	

Das Turnier hat sehr viel Spaß gemacht und es gab mal wieder richtig Zeit sich auf den Sport zu konzentrieren, was im Alltag ja nicht so möglich ist. Die Gruppe hat sich sehr gut verstanden und hat sich nie entmutigen lassen. Viele haben durch die EM erst eine Vorstellung bekommen, wie Unterwasserhockey wirklich gespielt wird und ich hoffe wir können mit der nun angesammelten Motivation dies an viele andere weitergeben und einige unserer diskutierten Pläne umsetzen. Wir haben zahlreichen Einladungen zu Trainingscamps und Turnieren bekommen und werden versuchen auch selbst Turniere auszurichten, hoffentlich ergeben sich in München dafür Möglichkeiten, da UWH Turniere in Giessen wahrscheinlich kurzfristig nicht durchführbar sind.

Möglicherweise wird es schwierig die nächste EM zu bestreiten, wenn es Vorschrift wird, Schiedsrichter zu stellen. Als Bewerber hat sich Ungarn angeboten, aber die Meldung ist unter Vorbehalt. Mein persönliches Ziel für diese EM war es, den Sport in Deutschland weiter am Leben zu halten und den anderen Nationen zu zeigen, dass es uns noch gibt, denn nur so können wir auf internationale Unterstützung hoffen. Außerdem sollte durch das Turnier zumindest bei den 12 beteiligten SpielerInnen der Enthusiasmus geweckt bzw. belebt werden, sich für den Sport weiter einzusetzen. Ich glaube das ist beides gelungen.

Ich bin freudig gespannt, wie es mit UWH in der nächsten Zeit weitergeht

Euer "Teamchef"

Jan Carmanns, Gießen den 9. Juni 2003



-
- - - -
© UWSport 2018
- -
-
- -